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80 Jahre KOBV Österreich – Der Behindertenverband: 80 Jahre Fundament für Fairness

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Vielfalt ist eine Bereicherung, kein Hindernis

80 Jahre KOBV Österreich – Der Behindertenverband: Das sind 80 Jahre gelebte Solidarität. Ursprünglich am 17. April 1945 als Selbsthilfegruppe für Kriegsopfer gegründet, vertritt der KOBV heute alle Menschen mit Behinderung und zählt 45.000 Mitglieder in ganz Österreich. Gefeiert wurde das Jubiläum mit einem Festakt im Bildungszentrum der Arbeiterkammer Wien. Zuvor wurden die Verbandsorgane neu gewählt; KOBV-Präsident Franz Groschan wurde dabei einstimmig in seiner Funktion bestätigt. Außerdem wurde ein umfassendes Forderungspapier verabschiedet, das als Grundlage für die künftige Zusammenarbeit mit der Politik dient.

Wien, 24. Oktober 2025 – „Als der KOBV Österreich 1945 gegründet wurde, war das ein Versprechen der Solidarität“, betonte KOBV-Präsident Franz Groschan. Zu tun gebe es aber auch nach 80 Jahren noch mehr als genug: „Trotz aller Fortschritte ist die volle Inklusion von Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft noch immer nicht umgesetzt.“ Darum habe der KOBV auch ein umfassendes Positionspapier verabschiedet, das die Basis für die Umsetzung behindertenpolitischer Maßnahmen bildet.

Unter anderem fordert der KOBV darin, dass der Ausgleichstaxfonds ausreichend finanziell abgesichert wird und die wichtigen Förderungsmaßnahmen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen weiter ausgebaut und verbessert werden. Auch im Bereich der inklusiven Bildung gibt es großen Verbesserungsbedarf, und die gesundheitspolitisch bedenkliche Entwicklung in Richtung einer Zweiklassenmedizin sei für Menschen mit Behinderungen eine große Belastung. „Wir werden das Positionspapier aktiv an die Politik herantragen, um wie bisher aktiv und konstruktiv die Behindertenpolitik mitzugestalten“, versprach Präsident Groschan den zahlreich erschienen Gästen.

Unter diesen befand sich auch Bundesministerin Korinna Schumann, die in ihrer Ansprache die Zusammenarbeit mit dem KOBV würdigte: „Der KOBV ist ein starker, zuverlässiger Partner“, betonte die Ministerin, „ohne ihn wären Menschen mit Behinderungen nicht so gut unterstützt.“ Außerdem betonte sie die wichtige Rolle des KOBV bei der Einführung und Weiterentwicklung gesetzlicher Errungenschaften, wie z.B. beim Pflegegeld.

Ähnliche Worte fanden Verena Nussbaum, Behindertensprecherin der SPÖ im Nationalrat, und ihre Kollegin Fiona Fiedler, NEOS-Sprecherin der Menschen mit Behinderungen. Beide drückten in ihren Grußbotschaften ihre Wertschätzung für die Arbeit des KOBV als starke Interessenvertretung aus, und auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen ließ es sich nicht nehmen, in seiner Grußbotschaft zum Jubiläum zu gratulieren und die Wichtigkeit der Arbeit des KOBV zu betonen: „Inklusion ist die Voraussetzung für eine gerechte Gesellschaft“, so der Bundespräsident, „nur wenn wir Barrieren gemeinsam abbauen, unser Wissen und unsere Stärken bündeln, werden wir Antworten finden auf die komplexen Fragen unserer Zeit.“

Der KOBV werde auch in Zukunft eine starke Stimme für die Rechte von Menschen mit Behinderungen sein, betonte KOBV-Präsident Franz Groschan: „Wir haben noch viel vor. Es geht nicht nur darum, Barrieren abzubauen, sondern Köpfe zu öffnen und eine Gesellschaft zu schaffen, in der Vielfalt als Bereicherung und nicht als Hindernis gesehen wird.“

Über den KOBV:

Der KOBV – Behindertenverband Österreich setzt sich seit 1945 für die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein. Unser Ziel ist eine barrierefreie, inklusive und sozial gerechte Gesellschaft für alle.

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