Der KOBV Österreich – Der Behindertenverband ist Teil des neu gegründeten Bündnisses für Inklusion am Arbeitsmarkt – Chancenreich, das von der Lebenshilfe Österreich initiiert und anlässlich des Tages der Inklusion am 5. Mai präsentiert wurde. Auch zahlreiche andere Organisationen wie die Caritas, dabei-austria, die Diakonie, der ÖZIV Bundesverband, Zero Project sowie Partner-Unternehmen aus verschiedenen Branchen schlossen sich an. Ziel ist die Absicherung und der Ausbau der beruflichen Inklusion von Menschen mit Behinderungen.
„Die Herausforderungen im Sozialbereich nehmen derzeit aufgrund der geplanten Sparmaßnahmen, insbesondere den Ausgleichstaxfonds betreffend, zu“, erklärt Regina Baumgartl, Generalsekretärin des KOBV Österreich – Der Behindertenverband. „Umso wichtiger ist es, dass wir mit einer gemeinsamen Stimme auf die aktuell schwierige Lage am Arbeitsmarkt sowie die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen aufmerksam machen und uns gegen Kürzungen im Sozialbereich stellen“, ergänzt sie.
Vier zentrale Forderungen
Wie der KOBV Österreich – Der Behindertenverband in einer am 30. April erschienenen Pressemitteilung betonte, darf nicht auf Kosten der Inklusion gespart werden – ein Anliegen, das die Mitglieder des Bündnisses vereint. Die vier Kernforderungen, die auf der eigens eingerichteten Website www.chancenreich.at nachzulesen sind, lauten wie folgt:
- Stabil finanzieren statt kürzen: Berufliche Inklusion braucht eine verlässliche, von Konjunkturschwankungen unabhängige Finanzierung. Kürzungen bei Programmen zur Qualifizierung, Vermittlung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen sind teuer – weil sie Arbeitslosigkeit, Armutsrisiken und Folgekosten erhöhen.
- Ausgleichstaxfonds sichern: Der Ausgleichstaxfonds (ATF) ist ein zentrales Instrument zur Finanzierung beruflicher Inklusion und beruflicher Assistenz am Arbeitsplatz. Er muss langfristig abgesichert und ausreichend dotiert sein.
- Gleiche Chancen für alle: Viele Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf arbeiten heute nur für ein Taschengeld und haben kaum Zugang zu regulärer Beschäftigung. Nur in vier Bundesländern gibt es Angebote zur beruflichen Inklusion für diese Gruppe. Diese Angebote müssen überall im Land zur Verfügung stehen. Auch brauchen diese Menschen ein Rückkehrrecht in Tagesstrukturen, damit Arbeitsversuche und Übergänge in bezahlte Beschäftigung ohne Existenzangst möglich sind.
- Inklusive Bildung und Ausbildung als Fundament: Eine inklusive Schule und Berufsausbildung ist die Grundlage für spätere Teilhabe am Arbeitsleben. Fehlende Ressourcen, unzureichender Zugang zu Schulassistenz und Ausgrenzung erschweren den späteren Einstieg in die Erwerbsarbeit. Es braucht eine politische Schwerpunktsetzung auf inklusive Bildung und Berufsausbildung.

Ergänzt werden die Forderungen auf der Website durch Erfolgsbeispiele gelungener Inklusion am ersten Arbeitsmarkt, bei der zahlreiche Partner-Unternehmen eingebunden wurden, denn zentraler Gedanke des Bündnisses für Inklusion am Arbeitsmarkt – Chancenreich ist: Wenn Wirtschaft, Politik und NGOs gemeinsam handeln, entstehen echte Chancen – für Menschen mit Behinderungen und für uns alle.
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