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Studie: Drei Viertel der Bevölkerung haben eine chronische Erkrankung

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Während manche Behinderungen offensichtlich sind, merkt man sehr vielen Menschen nicht sofort an, wie es ihnen geht. Ein kurzes „Hallo“ auf der Straße oder unregelmäßiger Kontakt am Arbeitsplatz reichen normalerweise nicht aus, um chronische Schmerzen, psychische und chronische Erkrankungen, Lernschwierigkeiten, Gehörlosigkeit oder andere, nicht unmittelbar erkennbare Gesundheitsprobleme zu bemerken. Das liegt häufig auch daran, dass viele Menschen ihre gesundheitlichen Einschränkungen, die teilweise in unsichtbaren Behinderungen resultieren, verbergen. Vielleicht, um negative Reaktionen zu vermeiden, zum Teil aber deshalb, weil sie das Gefühl haben, ohnehin nicht ernstgenommen zu werden.

Wie eine kürzlich veröffentlichte, repräsentative Stichprobenerhebung der Statistik Austria, die „Gesundheitsbefragung 2025“, zeigt, leben 72,6 Prozent der über 15-Jährigen in Österreich nach eigener Angabe mit mindestens einer chronischen Erkrankung; also mit einem gesundheitlichen Problem, das jedenfalls sechs Monate andauert oder andauern wird. 58,7 Prozent der 15- bis 44-Jährigen waren 2025 von chronischen Erkrankungen betroffen, 76,6 Prozent der 45- bis 59-Jährigen und 87,7 Prozent der über 60-Jährigen.

Depressive Symptome nehmen zu

Studienteilnehmer:innen aller Altersgruppen erzählten von chronischen Rücken- und Nackenschmerzen, ältere Personen hingegen häufig von Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten und Arthrose. Menschen zwischen 15 und 44 Jahren informierten vermehrt darüber, psychische Erkrankungen zu haben. Die Befragung ergab, dass depressive Symptomatiken grundsätzlich seit 2019 deutlich zunahmen. Waren damals hochgerechnet rund 557 600 Personen von einer Depression betroffen, lag die Zahl 2025 bereits bei etwa 874 300.

Nun gaben 9,3 Prozent an, mit Anzeichen einer depressiven Symptomatik zu leben, wobei bei zwei Dritteln von ihnen auch eine ärztliche Diagnose vorliegt. Zum Vergleich: 2019 waren es 5,6 Prozent. Frauen (10,7 Prozent) waren häufiger betroffen als Männer (7,9 Prozent), doch insbesondere waren junge Frauen zwischen 15 und 29 Jahren subjektiv belastet (12,5 Prozent).

Wir setzen uns für Ihre Recht ein

Alle Menschen mit Behinderungen haben Bedürfnisse, Ansprüche und Rechte – unabhängig davon, ob ihre Behinderungen für andere unmittelbar erkennbar sind oder nicht. Auch aus psychischen und chronischen Erkrankungen können sich Behinderungen entwickeln. Eine barrierearme Kommunikation, angepasste Arbeitstätigkeiten und -plätze, flexible Arbeitszeiten, Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum, Rückzugsorte, aber vor allem ein respektvoller Umgang mit den Betroffenen und ein offenes Ohr für ihre Bedarfe sind nur wenige der wirkungsvollen Möglichkeiten, um gleichberechtigte Teilhabe voranzutreiben.

Der KOBV Österreich – Der Behindertenverband und seine Landesverbände helfen, diese Bedürfnisse, Ansprüche und Rechte durchzusetzen – egal welcher Art und Ursache die Behinderungen sind. Termine können direkt mit dem jeweiligen Landesverband ausgemacht werden.

Bild ©: Magnific (Symbolbild)